Schülermediation Schule: Ablauf, Beispiele & Checkliste
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Schülermediation Schule: Konflikte im Schulalltag fair lösen

Schülermediation Schule beschreibt die Vermittlung bei geeigneten Konflikten zwischen Schülerinnen und Schülern durch speziell vorbereitete Mitschülerinnen und Mitschüler.

Wie läuft eine Schülermediation konkret ab? Wer übernimmt welche Aufgaben? Und woran erkennen Schulen, wann eine Konfliktvermittlung durch Gleichaltrige sinnvoll ist?

Ablauf kennenlernen Checkliste ansehen

Das erwartet Sie

  • ✓ Definition und Ziele
  • ✓ Aufgaben der Schülermediatoren
  • ✓ Anmeldung und Vorbereitung
  • ✓ Gesprächsablauf in 7 Schritten
  • ✓ Praxisbeispiele
  • ✓ Übungen für den Unterricht
  • ✓ Grenzen bei Gewalt und Mobbing
  • ✓ Checkliste und FAQ
Schülermediation Schule – Konfliktvermittlung zwischen Schülerinnen und Schülern mit Gesprächsregeln und gemeinsamer Lösungsfindung
Schülermediation im Schulalltag: Schülerinnen und Schüler lernen, Konflikte mit Unterstützung ausgebildeter Gleichaltriger konstruktiv zu bearbeiten.

Was ist Schülermediation in der Schule?

Schülermediation ist ein strukturiertes Verfahren, bei dem entsprechend vorbereitete Schülerinnen und Schüler andere Kinder oder Jugendliche bei der Lösung geeigneter Streitigkeiten unterstützen.

Die vermittelnden Personen helfen dabei, unterschiedliche Sichtweisen zu verstehen, Gefühle und Interessen zu benennen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

Bei der Schülermediation Schule übernehmen die Mediatoren keine Richterrolle. Sie entscheiden nicht, wer recht hat, und verteilen keine Strafen.

Definition: Schülermediation Schule

Schülermediation in der Schule ist die freiwillige Vermittlung bei geeigneten Konflikten zwischen Schülerinnen und Schülern durch dafür vorbereitete Gleichaltrige. Ziel ist eine selbst entwickelte, faire und tragfähige Vereinbarung der Konfliktparteien.

Schülermediation wird häufig auch Schülerstreitschlichtung oder Peer-Mediation genannt. Die Begriffe werden im Schulalltag teilweise synonym verwendet.

Der Schwerpunkt dieses Artikels liegt auf der praktischen Durchführung: Wie wird ein Gespräch vorbereitet? Welche Aufgaben übernehmen die Beteiligten? Wie entsteht eine Vereinbarung und was geschieht danach?

Grundlegende Informationen zum Verfahren finden Sie auch im Artikel Peer Mediation Schule.

Welche Ziele verfolgt Schülermediation?

Die Schülermediation soll Schülerinnen und Schüler darin unterstützen, alltägliche Konflikte konstruktiv zu bearbeiten und Verantwortung für ihr eigenes Handeln zu übernehmen.

Eigenverantwortliche Lösungen fördern

Die Konfliktparteien entwickeln ihre Vereinbarung selbst. Dadurch können sie erleben, dass sie zur Lösung ihrer Streitigkeiten aktiv beitragen können.

Kommunikation verbessern

Die Beteiligten üben, zuzuhören, eigene Gefühle auszudrücken und unterschiedliche Sichtweisen zu respektieren.

Konflikte frühzeitig bearbeiten

Geeignete Alltagskonflikte können in einem ruhigen Gespräch geklärt werden, bevor Missverständnisse oder gegenseitige Vorwürfe zunehmen.

Soziale Verantwortung stärken

Die Schülermediatoren übernehmen eine verantwortungsvolle Aufgabe innerhalb der Schulgemeinschaft.

Respektvolle Schulkultur unterstützen

Ein verlässlich begleitetes Mediationsangebot kann eine Gesprächskultur fördern, in der Konflikte nicht automatisch als persönliches Versagen betrachtet werden.

Die Schülermediation Schule ist damit eine mögliche Ergänzung zu Klassenrat, sozialem Lernen und schulischer Gewaltprävention.

Sie ersetzt jedoch weder die pädagogische Verantwortung der Lehrkräfte noch schulische Schutz- und Interventionsverfahren.

Welche Aufgaben übernehmen Schülermediatoren?

Eine gelingende Schülermediation setzt voraus, dass alle Beteiligten ihre Rolle verstehen.

Die Konfliktparteien

Die Schülerinnen und Schüler, zwischen denen der Streit besteht, entscheiden freiwillig über ihre Teilnahme.

Sie schildern ihre Sichtweisen, hören einander zu und entwickeln gemeinsam Lösungsmöglichkeiten.

Die Schülermediatoren

Die vermittelnden Schülerinnen und Schüler gestalten den Gesprächsablauf und achten auf die vereinbarten Regeln.

Zu ihren Aufgaben gehören:

  • Das Gespräch eröffnen und strukturieren
  • Die Freiwilligkeit der Teilnahme klären
  • Beide Seiten gleichermaßen zu Wort kommen lassen
  • Offene und neutrale Fragen stellen
  • Wichtige Aussagen zusammenfassen
  • Bei der Entwicklung von Lösungen unterstützen
  • Eigene Grenzen erkennen und Erwachsene hinzuziehen

Die verantwortlichen Erwachsenen

Lehrkräfte und Schulsozialarbeit begleiten die Schülermediation organisatorisch und fachlich.

Sie unterstützen die Ausbildung, helfen bei Unsicherheiten und übernehmen die Verantwortung für die Einschätzung schwieriger oder gefährdender Situationen.

Wichtig: Schülermediatoren sind Gesprächsbegleiter – keine Richter, Ermittler, Therapeuten oder Ersatz für die schulische Aufsicht.

Welche Voraussetzungen braucht Schülermediation in der Schule?

Damit die Schülermediation zuverlässig funktioniert, müssen grundlegende organisatorische und pädagogische Bedingungen erfüllt sein.

Ausreichende Vorbereitung

Die Schülermediatoren benötigen eine strukturierte Schulung in Gesprächsführung, Konfliktverständnis, Unparteilichkeit und Schutzgrenzen.

Freiwillige Teilnahme

Die Konfliktparteien müssen dem Gespräch zustimmen. Eine Einigung darf nicht erzwungen werden.

Geeignete Konflikte

Vor Beginn muss geprüft werden, ob der Fall tatsächlich für eine Vermittlung durch Gleichaltrige geeignet ist.

Ruhiger Gesprächsraum

Das Gespräch sollte in einem geschützten Raum ohne unnötige Unterbrechungen stattfinden.

Klare Zuständigkeiten

Es muss festgelegt sein, welche erwachsenen Fachpersonen erreichbar sind und wann ein Fall an sie übergeben werden muss.

Verlässliche Begleitung

Regelmäßige Reflexions- und Übungstreffen unterstützen die Mediatoren dabei, ihre Aufgaben sicher wahrzunehmen.

Eine Schülermediation Schule sollte deshalb nicht nur als einzelne Maßnahme, sondern als Bestandteil eines pädagogisch begleiteten Angebots verstanden werden.

Wie gelangen Schülerinnen und Schüler zur Mediation?

Der Zugang zur Schülermediation muss für alle Beteiligten verständlich und möglichst niedrigschwellig gestaltet sein.

Schritt 1: Konflikt wahrnehmen

Eine Schülerin oder ein Schüler bemerkt, dass ein Streit nicht eigenständig geklärt werden kann.

Schritt 2: Unterstützung anfragen

Die Beteiligten wenden sich an eine bekannte Ansprechperson oder nutzen ein vereinbartes Anmeldeverfahren.

Schritt 3: Eignung prüfen

Eine zuständige erwachsene Fachperson klärt, ob die Situation für Schülermediation geeignet ist und ob Schutzbedenken bestehen.

Schritt 4: Freiwilligkeit bestätigen

Beide Seiten müssen wissen, was Schülermediation bedeutet, und freiwillig teilnehmen wollen.

Schritt 5: Termin vereinbaren

Für das Gespräch werden ein geeigneter Raum und ein ausreichender zeitlicher Rahmen organisiert.

Schulen sollten vermeiden, Kinder öffentlich vor der Klasse zu einer Mediation aufzufordern. Ein vertraulicher und respektvoller Zugang ist wesentlich.

Schülermediation Schule: Der Ablauf in sieben Schritten

Ein klarer Gesprächsablauf gibt den Schülermediatoren Sicherheit und erleichtert den Beteiligten die Orientierung.

Schritt 1: Begrüßung und Rollen erklären

GesprächsbeginnOrientierung

Die Mediatoren begrüßen beide Seiten und erklären, welche Aufgabe sie übernehmen.

Sie machen deutlich, dass sie keine Entscheidung über Schuld oder Strafe treffen.

„Wir begleiten euer Gespräch. Die Lösung entwickelt ihr gemeinsam.“

Schritt 2: Gesprächsregeln vereinbaren

RespektSicherheit

Die Beteiligten bestätigen, dass sie freiwillig teilnehmen und die vereinbarten Regeln beachten möchten.

Wichtige Regeln sind: ausreden lassen, respektvoll sprechen, keine Drohungen und keine Beleidigungen.

„Können wir vereinbaren, dass jede Person ohne Unterbrechung sprechen darf?“

Schritt 3: Beide Sichtweisen anhören

ZuhörenVerstehen

Die Konfliktparteien schildern nacheinander, was aus ihrer Sicht geschehen ist.

Die Mediatoren stellen offene Fragen und fassen die Aussagen neutral zusammen.

„Wie hast du die Situation erlebt?“

Schritt 4: Gefühle und Interessen klären

PerspektivwechselBedürfnisse

Die Mediatoren helfen dabei, die Gefühle und Anliegen hinter dem Streit sichtbar zu machen.

Häufig unterscheiden sich die eigentlichen Interessen von den zunächst geäußerten Vorwürfen.

„Was hat dich daran besonders geärgert oder verletzt?“

Schritt 5: Lösungsmöglichkeiten sammeln

IdeenZusammenarbeit

Beide Seiten entwickeln Vorschläge, wie sie künftig miteinander umgehen möchten.

Die Mediatoren achten darauf, dass nicht sofort eine Lösung vorgegeben wird.

„Welche Möglichkeiten seht ihr, damit es beim nächsten Mal besser läuft?“

Schritt 6: Vereinbarung formulieren

VerantwortungVerbindlichkeit

Die Konfliktparteien wählen freiwillig eine Lösung aus, die sie beide akzeptieren.

Die Vereinbarung wird möglichst konkret formuliert.

„Was genau möchtet ihr ab jetzt anders machen?“

Schritt 7: Abschluss und Nachbereitung

ReflexionNachhaltigkeit

Die Mediatoren fassen die Vereinbarung zusammen und bedanken sich für das Gespräch.

Bei Bedarf wird ein späterer Rückblick vereinbart, um zu prüfen, ob die Absprachen im Alltag funktionieren.

„Woran merkt ihr in den nächsten Tagen, dass eure Lösung hilfreich war?“

Die sieben Schritte dienen als Orientierung. Wenn sich während des Gesprächs Hinweise auf Mobbing, Gewalt oder Gefährdung ergeben, muss das Verfahren unterbrochen und eine zuständige erwachsene Person hinzugezogen werden.

Welche Gesprächsregeln gelten bei der Schülermediation?

Klare Regeln erleichtern eine respektvolle und faire Konfliktbearbeitung.

Die wichtigsten Gesprächsregeln

  • Wir lassen einander ausreden.
  • Wir sprechen respektvoll miteinander.
  • Wir verzichten auf Beleidigungen und Drohungen.
  • Wir schildern unsere eigene Sichtweise.
  • Wir hören zu, auch wenn wir anderer Meinung sind.
  • Wir suchen nach Lösungen statt nach Schuldigen.
  • Wir treffen nur freiwillige Vereinbarungen.
  • Wir respektieren die Grenzen der Vertraulichkeit.

Die Regeln sollten in einfacher, altersgerechter Sprache formuliert sein.

Bei jüngeren Kindern können kurze Beispielsätze oder Gesprächskarten helfen. Ältere Schülerinnen und Schüler können die Regeln gemeinsam besprechen und begründen.

Wichtig ist, dass die Regeln nicht nur zu Beginn vorgelesen, sondern während des Gesprächs tatsächlich eingehalten werden.

Vier Praxisbeispiele für Schülermediation

Praxisbeispiel 1: Streit in der Pause

Zwei Kinder geraten aneinander, weil beide zuerst ein Spielgerät nutzen möchten.

Nach der Anmeldung zur Schülermediation schildern sie ihre Sichtweisen. Die Mediatoren unterstützen sie dabei, eine faire Nutzungsregel zu entwickeln.

Mögliche Vereinbarung: Die Kinder wechseln sich nach einer gemeinsam festgelegten Zeit ab.

Lernziel: Interessen benennen und faire Absprachen treffen.

Praxisbeispiel 2: Missverständnis in einer Freundschaft

Eine Schülerin fühlt sich von ihrer Freundin absichtlich ausgeschlossen.

Im Gespräch stellt sich heraus, dass beide unterschiedliche Erwartungen an eine gemeinsame Aktivität hatten.

Mögliche Vereinbarung: Die Beteiligten sprechen künftig frühzeitig über ihre Pläne und Erwartungen.

Lernziel: Perspektivwechsel und offene Kommunikation.

Praxisbeispiel 3: Konflikt bei einer Gruppenarbeit

Mehrere Jugendliche sind unzufrieden, weil Aufgaben nicht gleichmäßig verteilt wurden.

Die Mediatoren helfen dabei, die Erwartungen der Beteiligten zu klären.

Mögliche Vereinbarung: Die Gruppe legt gemeinsam Zuständigkeiten und einen Termin zur Überprüfung fest.

Lernziel: Verantwortung und Zusammenarbeit.

Praxisbeispiel 4: Wiederholte Beleidigungen

Ein Kind berichtet, dass es regelmäßig von mehreren Mitschülern beleidigt und ausgeschlossen wird.

Die Situation könnte auf Mobbing oder eine andere ernsthafte Belastung hinweisen.

Die Schülermediatoren führen deshalb kein gewöhnliches Ausgleichsgespräch durch, sondern informieren eine zuständige erwachsene Fachperson über den Schutzbedarf.

Lernziel: Grenzen der eigenen Rolle erkennen und verantwortungsvoll handeln.

Die Beispiele zeigen, dass eine verantwortungsvolle Schülermediation Schule nicht nur Gesprächstechniken benötigt, sondern auch eine sorgfältige Einschätzung der jeweiligen Situation.

Fünf Übungen für Schülermediation im Unterricht

Übung 1: Aktives Zuhören

Ablauf: Eine Person erzählt von einem neutralen Erlebnis. Die zweite Person hört zu und fasst anschließend die wichtigsten Aussagen zusammen.

Reflexion: Woran erkennt man, dass jemand wirklich zugehört hat?

Übung 2: Ich-Botschaften formulieren

Ablauf: Die Gruppe erhält vorwurfsvolle Aussagen und wandelt sie in persönliche Beschreibungen um.

Reflexion: Wie verändert sich die Wirkung einer Aussage, wenn eigene Gefühle statt Vorwürfe im Mittelpunkt stehen?

Übung 3: Perspektiven wechseln

Ablauf: Zwei Schülerinnen oder Schüler erhalten unterschiedliche Rollenbeschreibungen zu einer fiktiven Konfliktsituation.

Reflexion: Welche Informationen wurden erst durch die zweite Sichtweise deutlich?

Übung 4: Lösungen sammeln

Ablauf: Die Klasse entwickelt zu einem einfachen Streit mehrere mögliche Lösungen.

Reflexion: Welche Lösungen berücksichtigen die Interessen beider Seiten?

Übung 5: Mediationsgespräch als Rollenspiel

Ablauf: Drei Personen übernehmen die Rollen zweier Konfliktparteien und eines Mediators. Eine vierte Person beobachtet die Einhaltung der Gesprächsregeln.

Reflexion: Welche Gesprächsschritte gelangen gut und welche benötigen weitere Übung?

Die Übungen sollten zunächst mit fiktiven und altersgerechten Situationen durchgeführt werden.

Persönliche Konflikte aus der Klasse dürfen nicht ohne Zustimmung öffentlich als Übungsfälle verwendet werden.

Wann stößt Schülermediation an ihre Grenzen?

Die Schülermediation Schule ist nicht für jede Form von Konflikt geeignet.

Bei Mobbing

Wiederholte Ausgrenzung und erhebliche Machtungleichgewichte erfordern eine fachliche Einschätzung und geeignete Schutzmaßnahmen.

Bei körperlicher Gewalt

Bei körperlichen Angriffen oder ernsthaften Drohungen müssen Erwachsene unmittelbar die Sicherheit der Beteiligten gewährleisten.

Bei fehlender Freiwilligkeit

Wenn eine Person aus Angst oder unter Druck teilnimmt, fehlt eine wesentliche Voraussetzung der Mediation.

Bei erheblichen Machtunterschieden

Ein gleichberechtigtes Gespräch kann nicht vorausgesetzt werden, wenn eine Seite die andere stark einschüchtert oder kontrolliert.

Bei Hinweisen auf Gefährdung

Hinweise auf Kindeswohlgefährdung oder sexualisierte Übergriffe müssen über die schulischen Schutzwege bearbeitet werden.

Kinderschutz hat Vorrang

Schülermediatoren dürfen keine Gefährdungseinschätzungen übernehmen. Bei Hinweisen auf Gewalt, Mobbing oder andere Schutzbedarfe müssen sie die zuständigen erwachsenen Fachpersonen einschalten. Absolute Geheimhaltung darf nicht versprochen werden.

Schulen benötigen deshalb klare Kriterien, wann ein Gespräch durchgeführt werden darf und wann die Verantwortung bei Erwachsenen liegt.

Checkliste: Schülermediation Schule praktisch durchführen

Diese Checkliste unterstützt Lehrkräfte, Schulsozialarbeit und Schülermediatoren bei der Vorbereitung und Durchführung geeigneter Mediationsgespräche.

Vor dem Gespräch

  • Ist der Konflikt für Schülermediation geeignet?
  • Sind beide Seiten freiwillig zur Teilnahme bereit?
  • Bestehen keine Hinweise auf akute Gefährdung?
  • Ist ein geeigneter Gesprächsraum vorhanden?
  • Ist eine verantwortliche erwachsene Person erreichbar?

Während des Gesprächs

  • Wurden die Rollen der Mediatoren erklärt?
  • Sind die Gesprächsregeln vereinbart?
  • Konnten beide Seiten ihre Sichtweise schildern?
  • Wurden Gefühle und Interessen angesprochen?
  • Wurden mehrere Lösungsmöglichkeiten gesammelt?
  • Ist die Vereinbarung freiwillig und konkret?

Nach dem Gespräch

  • Wurde die Vereinbarung verständlich zusammengefasst?
  • Ist bei Bedarf ein Nachgespräch vorgesehen?
  • Wurden notwendige Informationen datenschutzgerecht behandelt?
  • Wurde bei Schwierigkeiten erwachsene Unterstützung hinzugezogen?
  • Haben die Mediatoren Gelegenheit zur fachlichen Reflexion?

Sieben häufige Fehler bei der Schülermediation

1. Ungeeignete Konflikte vermitteln lassen

Bei Mobbing, Gewalt oder erheblichen Machtungleichgewichten ist eine gewöhnliche Schülermediation nicht angemessen.

2. Freiwilligkeit nicht beachten

Ein Gespräch darf nicht als verpflichtende Strafe oder erzwungene Versöhnung eingesetzt werden.

3. Schuldige suchen

Die Mediatoren sollen den Gesprächsprozess begleiten und keine Urteile über die Beteiligten fällen.

4. Lösungen vorgeben

Die Konfliktparteien müssen ihre Vereinbarung selbst entwickeln können.

5. Unklare Gesprächsregeln

Ohne respektvolle Kommunikation kann das Gespräch erneut eskalieren.

6. Fehlende Unterstützung durch Erwachsene

Schülermediatoren benötigen fachliche Begleitung und klare Übergabewege.

7. Keine Nachbereitung

Ohne Reflexion und mögliche Nachgespräche bleibt unklar, ob die Vereinbarung im Alltag hilfreich ist.

Eine sorgfältig organisierte Schülermediation Schule berücksichtigt diese Fehlerquellen bereits bei der Vorbereitung.

Wie wird Schülermediation dauerhaft im Schulalltag verankert?

Eine nachhaltige Schülermediation braucht eine klare organisatorische Struktur und kontinuierliche pädagogische Begleitung.

Verantwortlichkeiten festlegen

Die Schule bestimmt, welche Lehrkräfte oder Fachpersonen das Angebot koordinieren und für Fragen erreichbar sind.

Schülermediatoren qualifizieren

Die Ausbildung vermittelt Gesprächstechniken, Rollenverständnis und den Umgang mit schwierigen Situationen.

Bekanntheit schaffen

Die Schülerinnen und Schüler sollten wissen, wann und wie sie Schülermediation in Anspruch nehmen können.

Geeignete Zeiten und Räume bereitstellen

Ein verlässlicher organisatorischer Rahmen erleichtert die Durchführung und verhindert unnötige Unterbrechungen.

Regelmäßige Reflexion anbieten

Die Mediatoren sollten ihre Erfahrungen in fachlich begleiteten Treffen besprechen können.

Neue Mediatoren gewinnen

Da Schülerinnen und Schüler die Schule verlassen, muss die Nachwuchsqualifizierung langfristig geplant werden.

Erfahrungen auswerten

Rückmeldungen der Beteiligten können helfen, das Angebot weiterzuentwickeln. Dabei müssen Vertraulichkeit und Datenschutz beachtet werden.

Die Schülermediation sollte mit dem bestehenden Schulprogramm, dem Präventionskonzept und den schulischen Schutzverfahren abgestimmt werden.

Weitere organisatorische Hinweise finden Sie unter Streitschlichtung Schule Konzept und Streitschlichter Ausbildung Schule.

Schülermediation und Projekttag Konfliktlösung verbinden

Die Grundlagen der Schülermediation lassen sich durch praxisorientierte Übungen zum sozialen Lernen vorbereiten.

Die TRY-BULLS Academy unterstützt Schulen mit Projekttagen, bei denen Respekt, Fairness, Kommunikation, Selbstwirksamkeit und gemeinschaftliches Handeln im Mittelpunkt stehen.

Kommunikation und Zuhören

Gemeinsame Aufgaben fördern die Fähigkeit, Absprachen zu treffen und andere Sichtweisen wahrzunehmen.

Perspektivwechsel

Die Schülerinnen und Schüler erleben, dass unterschiedliche Ideen und Herangehensweisen miteinander vereinbart werden müssen.

Respekt und Fairness

Verbindliche Regeln und gegenseitige Rücksichtnahme werden praktisch erlebbar gemacht und reflektiert.

Umgang mit Herausforderungen

Die Kinder und Jugendlichen lernen, auf Frustration zu reagieren und konstruktiv nach Lösungen zu suchen.

Pädagogische Einordnung: Ein TRY-BULLS-Projekttag kann wichtige soziale Grundlagen für eine konstruktive Konfliktkultur stärken. Er ersetzt jedoch keine vollständige Ausbildung zur Schülermediation und keine fachliche Begleitung durch die Schule.

Schulen können den Projekttag als Ergänzung zu ihrem bestehenden Mediations- oder Streitschlichtungsangebot nutzen.

Projekttag Konfliktlösung unverbindlich anfragen

Weitere Informationen finden Sie auf unseren Seiten Für Schulsozialarbeit und Projekttage Gesamtschule.

Fazit: Schülermediation fördert eigenverantwortliche Konfliktlösung

Schülermediation Schule bietet Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, geeignete Alltagskonflikte mit Unterstützung vorbereiteter Gleichaltriger zu bearbeiten.

Ein strukturierter Ablauf, klare Gesprächsregeln und freiwillige Vereinbarungen schaffen die Grundlage für eine konstruktive Konfliktbearbeitung.

Wichtig sind die sorgfältige Auswahl geeigneter Konflikte, die Qualifizierung der Mediatoren und eine verlässliche Begleitung durch Erwachsene.

Bei Gewalt, Mobbing oder Gefährdung müssen die schulischen Schutz- und Interventionsverfahren Vorrang haben.

Richtig eingebunden kann Schülermediation einen wertvollen Beitrag zu einer respektvollen Gesprächskultur und zum sozialen Lernen leisten.

Fachliche Orientierung und Quellen

Für die weitere Beschäftigung mit Schülermediation, schulischer Konfliktbearbeitung und Prävention bieten folgende Institutionen fachliche Orientierung:

Bei der konkreten Umsetzung sind die schulrechtlichen, datenschutzrechtlichen und kinderschutzbezogenen Vorgaben des jeweiligen Bundeslandes zu beachten.

RS

Über den Autor: Rico Schmidt

Gründer und Trainer der TRY-BULLS Academy.

Zertifizierter Resilienztrainer für Kinder und Jugendliche · DOSB-Trainer C Leistungssport Rugby · World Rugby Level 1 · im Kinderschutz geschult.

Die Fachartikel verbinden pädagogische Grundlagen mit Erfahrungen aus schulischen Präventionsprojekten.

Gewaltprävention und soziales Lernen in der Praxis

Ein Einblick in die Projektarbeit der TRY-BULLS Academy: Bewegung, Fairness, gegenseitiger Respekt und gemeinsames Lernen.

TRY-BULLS Academy – Gemeinsam Respekt, Fairness und Zusammenhalt erleben.

Weiterführende Fachartikel zur Schülermediation

Ergänzende Informationen und Methoden für die schulische Praxis.

Peer Mediation Schule

Grundprinzipien, Gesprächsphasen und Methoden der Konfliktvermittlung durch Gleichaltrige.

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Streitschlichtung Schule Konzept

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Schulen aus Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt vertrauen auf die TRY-BULLS Academy

Erfolgreiche Präventionsprojekte an Schulen und Bildungseinrichtungen in mehreren Bundesländern.

Das sagen Schulen über unsere Arbeit

Rückmeldungen aus Projekttagen und Projektwochen in mehreren Bundesländern.

★★★★★
„Die Projekttage mit der TRY-BULLS Academy waren für unsere Schülerinnen und Schüler ein gelungener Start in das neue Schuljahr. Besonders für die neu zusammengesetzten Klassen bot das Rugbyprojekt eine tolle Möglichkeit, sich kennenzulernen und als Team zusammenzuwachsen. Respekt, Fairness und Teamgeist wurden dabei nicht nur besprochen, sondern auf dem Spielfeld ganz praktisch erlebt. Durch die gemeinsamen Aufgaben und Herausforderungen entstand ein echtes Wir-Gefühl.“
Schulzentrum am Turm Schwerin · Mecklenburg-Vorpommern
★★★★★
„Der Projekttag hat unsere Klasse sichtbar näher zusammengebracht. Besonders schön war zu erleben, wie Schülerinnen und Schüler eigene Unsicherheiten überwanden, sich auf neue Herausforderungen einließen und gemeinsam Erfolgserlebnisse sammelten. Auch die anfängliche Trennung zwischen Jungen und Mädchen löste sich im Verlauf des Tages zunehmend auf. Die Mischung aus Bewegung, Teamaufgaben und Reflexion hat die Schülerinnen und Schüler erreicht und für viel Freude gesorgt.“
Regionale Schule Ernst Moritz Arndt Greifswald · Mecklenburg-Vorpommern
★★★★★
„Die drei Projekttage mit der TRY-BULLS Academy waren für unsere Schülerinnen und Schüler eine tolle Gelegenheit, Bewegung, gemeinsames Lernen und Gewaltprävention miteinander zu verbinden. Die Kinder konnten Rugby ausprobieren, neue Fähigkeiten entdecken und als Klasse gemeinsam Herausforderungen bewältigen. Besonders positiv waren die große Begeisterung und Motivation sowie der gelebte Teamgeist, die gegenseitige Unterstützung, Fairness und der respektvolle Umgang miteinander. Vielen Dank für drei tolle und lehrreiche Tage!“
Grundschule Leipziger Straße Magdeburg · Sachsen-Anhalt
★★★★★
„Ein großartiges Projekt, welches mehr als nur einen gewaltfreien Umgang miteinander vermittelt. Der Trainer motivierte jeden Schüler und jede Schülerin mit einer sehr abwechslungsreichen Umsetzung der Inhalte; die vielen praktischen Übungen waren geprägt von jeder Menge Spielfreude und stets durchzogen von fachübergreifendem theoretischen Input. So konnten letztlich die Leitgedanken des Rugbysports – Respekt, Fairness, Solidarität, Integration und Passion – das Klassenteam positiv beeinflussen und nachhaltig stärken. Danke – jederzeit gerne wieder!“
Klasse 6b Grundschule Forst Mitte · Brandenburg
★★★★★
„Besonders beeindruckend war, dass eine sonst sehr herausfordernde Klasse in diesem Rahmen ihre Stärken zeigen konnte. Die Schülerinnen und Schüler konnten ihre Energie sinnvoll einsetzen, sich körperlich auspowern und gleichzeitig konzentriert und kooperativ zusammenarbeiten.“
Maria-Louise Hartmann Respekt Coach · Christliche Schule Johanneum · Hoyerswerda
★★★★★
„Im Projekt ‚Rugby statt Mobbing – Kinder lernen Fairness‘ konnten unsere Schülerinnen und Schüler wichtige Werte wie Fairness, Teamgeist und gegenseitige Unterstützung praxisnah erleben.“
K. Schulz Schulleitung · Jahnschule Wittenberge · Brandenburg
★★★★★
„In unserer Projektwoche drehte sich alles um das Thema Rugby gegen Gewalt und Mobbing. Mit viel Spaß und Bewegung lernten die Kinder, wie wichtig Teamgeist, Fairness und Respekt im Sport und im Alltag sind.“
Schule am Buntzelberg Berlin-Bohnsdorf
★★★★★
„Der Rugby-Tag hat den Schülerinnen und Schülern viel Freude bereitet. Teamgeist, Fairness und gegenseitiger Respekt wurden auf natürliche und praxisnahe Weise vermittelt.“
Tamara Jankowski Schulsozialarbeit · Annedore-Leber-Grundschule · Berlin

Häufige Fragen zur Schülermediation in der Schule

Antworten für Lehrkräfte, Schulsozialarbeit und Schulleitungen.

Was ist Schülermediation Schule?

Schülermediation Schule ist ein freiwilliges Verfahren, bei dem entsprechend vorbereitete Schülerinnen und Schüler Gleichaltrige bei der Lösung geeigneter Konflikte unterstützen. Die Mediatoren begleiten das Gespräch unparteiisch und helfen den Beteiligten, eigene Vereinbarungen zu entwickeln.

Wie läuft eine Schülermediation ab?

Eine Schülermediation kann in sieben Schritten ablaufen: Begrüßung, Vereinbarung der Gesprächsregeln, Darstellung der Sichtweisen, Klärung von Gefühlen und Interessen, Sammlung von Lösungsideen, gemeinsame Vereinbarung und Abschluss mit möglicher Nachbereitung.

Welche Aufgaben haben Schülermediatoren?

Schülermediatoren strukturieren das Gespräch, achten auf die Regeln, hören beiden Seiten zu, stellen neutrale Fragen und unterstützen die eigenverantwortliche Lösungsfindung. Sie entscheiden nicht über Schuld oder Strafe und müssen bei Schutzbedenken Erwachsene hinzuziehen.

Welche Konflikte eignen sich für Schülermediation?

Geeignet sind vor allem freiwillig bearbeitbare Alltagskonflikte, beispielsweise Missverständnisse, Streit um Materialien oder Unstimmigkeiten bei Gruppenarbeiten. Bei Mobbing, Gewalt, erheblichen Machtungleichgewichten oder Gefährdungen müssen Erwachsene die Verantwortung übernehmen.

Wie werden Schülermediatoren vorbereitet?

Schülermediatoren benötigen eine strukturierte Qualifizierung in Gesprächsführung, aktivem Zuhören, Unparteilichkeit, Konfliktverständnis und Schutzgrenzen. Rollenspiele und regelmäßige fachliche Begleitung sind wichtige Bestandteile der Vorbereitung.

Welche Rolle spielen Lehrkräfte und Schulsozialarbeit?

Lehrkräfte und Schulsozialarbeit organisieren und begleiten das Angebot, unterstützen die Ausbildung, prüfen die Eignung von Konflikten und übernehmen die Verantwortung für notwendige Schutz- und Interventionsmaßnahmen.