Schülermediation Schule: Konflikte im Schulalltag fair lösen
Schülermediation Schule beschreibt die Vermittlung bei geeigneten Konflikten zwischen Schülerinnen und Schülern durch speziell vorbereitete Mitschülerinnen und Mitschüler.
Wie läuft eine Schülermediation konkret ab? Wer übernimmt welche Aufgaben? Und woran erkennen Schulen, wann eine Konfliktvermittlung durch Gleichaltrige sinnvoll ist?
Ablauf kennenlernen Checkliste ansehenDas erwartet Sie
- ✓ Definition und Ziele
- ✓ Aufgaben der Schülermediatoren
- ✓ Anmeldung und Vorbereitung
- ✓ Gesprächsablauf in 7 Schritten
- ✓ Praxisbeispiele
- ✓ Übungen für den Unterricht
- ✓ Grenzen bei Gewalt und Mobbing
- ✓ Checkliste und FAQ
Was ist Schülermediation in der Schule?
Schülermediation ist ein strukturiertes Verfahren, bei dem entsprechend vorbereitete Schülerinnen und Schüler andere Kinder oder Jugendliche bei der Lösung geeigneter Streitigkeiten unterstützen.
Die vermittelnden Personen helfen dabei, unterschiedliche Sichtweisen zu verstehen, Gefühle und Interessen zu benennen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.
Bei der Schülermediation Schule übernehmen die Mediatoren keine Richterrolle. Sie entscheiden nicht, wer recht hat, und verteilen keine Strafen.
Definition: Schülermediation Schule
Schülermediation in der Schule ist die freiwillige Vermittlung bei geeigneten Konflikten zwischen Schülerinnen und Schülern durch dafür vorbereitete Gleichaltrige. Ziel ist eine selbst entwickelte, faire und tragfähige Vereinbarung der Konfliktparteien.
Schülermediation wird häufig auch Schülerstreitschlichtung oder Peer-Mediation genannt. Die Begriffe werden im Schulalltag teilweise synonym verwendet.
Der Schwerpunkt dieses Artikels liegt auf der praktischen Durchführung: Wie wird ein Gespräch vorbereitet? Welche Aufgaben übernehmen die Beteiligten? Wie entsteht eine Vereinbarung und was geschieht danach?
Grundlegende Informationen zum Verfahren finden Sie auch im Artikel Peer Mediation Schule.
Welche Ziele verfolgt Schülermediation?
Die Schülermediation soll Schülerinnen und Schüler darin unterstützen, alltägliche Konflikte konstruktiv zu bearbeiten und Verantwortung für ihr eigenes Handeln zu übernehmen.
Eigenverantwortliche Lösungen fördern
Die Konfliktparteien entwickeln ihre Vereinbarung selbst. Dadurch können sie erleben, dass sie zur Lösung ihrer Streitigkeiten aktiv beitragen können.
Kommunikation verbessern
Die Beteiligten üben, zuzuhören, eigene Gefühle auszudrücken und unterschiedliche Sichtweisen zu respektieren.
Konflikte frühzeitig bearbeiten
Geeignete Alltagskonflikte können in einem ruhigen Gespräch geklärt werden, bevor Missverständnisse oder gegenseitige Vorwürfe zunehmen.
Soziale Verantwortung stärken
Die Schülermediatoren übernehmen eine verantwortungsvolle Aufgabe innerhalb der Schulgemeinschaft.
Respektvolle Schulkultur unterstützen
Ein verlässlich begleitetes Mediationsangebot kann eine Gesprächskultur fördern, in der Konflikte nicht automatisch als persönliches Versagen betrachtet werden.
Die Schülermediation Schule ist damit eine mögliche Ergänzung zu Klassenrat, sozialem Lernen und schulischer Gewaltprävention.
Sie ersetzt jedoch weder die pädagogische Verantwortung der Lehrkräfte noch schulische Schutz- und Interventionsverfahren.
Welche Aufgaben übernehmen Schülermediatoren?
Eine gelingende Schülermediation setzt voraus, dass alle Beteiligten ihre Rolle verstehen.
Die Konfliktparteien
Die Schülerinnen und Schüler, zwischen denen der Streit besteht, entscheiden freiwillig über ihre Teilnahme.
Sie schildern ihre Sichtweisen, hören einander zu und entwickeln gemeinsam Lösungsmöglichkeiten.
Die Schülermediatoren
Die vermittelnden Schülerinnen und Schüler gestalten den Gesprächsablauf und achten auf die vereinbarten Regeln.
Zu ihren Aufgaben gehören:
- Das Gespräch eröffnen und strukturieren
- Die Freiwilligkeit der Teilnahme klären
- Beide Seiten gleichermaßen zu Wort kommen lassen
- Offene und neutrale Fragen stellen
- Wichtige Aussagen zusammenfassen
- Bei der Entwicklung von Lösungen unterstützen
- Eigene Grenzen erkennen und Erwachsene hinzuziehen
Die verantwortlichen Erwachsenen
Lehrkräfte und Schulsozialarbeit begleiten die Schülermediation organisatorisch und fachlich.
Sie unterstützen die Ausbildung, helfen bei Unsicherheiten und übernehmen die Verantwortung für die Einschätzung schwieriger oder gefährdender Situationen.
Welche Voraussetzungen braucht Schülermediation in der Schule?
Damit die Schülermediation zuverlässig funktioniert, müssen grundlegende organisatorische und pädagogische Bedingungen erfüllt sein.
Ausreichende Vorbereitung
Die Schülermediatoren benötigen eine strukturierte Schulung in Gesprächsführung, Konfliktverständnis, Unparteilichkeit und Schutzgrenzen.
Freiwillige Teilnahme
Die Konfliktparteien müssen dem Gespräch zustimmen. Eine Einigung darf nicht erzwungen werden.
Geeignete Konflikte
Vor Beginn muss geprüft werden, ob der Fall tatsächlich für eine Vermittlung durch Gleichaltrige geeignet ist.
Ruhiger Gesprächsraum
Das Gespräch sollte in einem geschützten Raum ohne unnötige Unterbrechungen stattfinden.
Klare Zuständigkeiten
Es muss festgelegt sein, welche erwachsenen Fachpersonen erreichbar sind und wann ein Fall an sie übergeben werden muss.
Verlässliche Begleitung
Regelmäßige Reflexions- und Übungstreffen unterstützen die Mediatoren dabei, ihre Aufgaben sicher wahrzunehmen.
Eine Schülermediation Schule sollte deshalb nicht nur als einzelne Maßnahme, sondern als Bestandteil eines pädagogisch begleiteten Angebots verstanden werden.
Wie gelangen Schülerinnen und Schüler zur Mediation?
Der Zugang zur Schülermediation muss für alle Beteiligten verständlich und möglichst niedrigschwellig gestaltet sein.
Schritt 1: Konflikt wahrnehmen
Eine Schülerin oder ein Schüler bemerkt, dass ein Streit nicht eigenständig geklärt werden kann.
Schritt 2: Unterstützung anfragen
Die Beteiligten wenden sich an eine bekannte Ansprechperson oder nutzen ein vereinbartes Anmeldeverfahren.
Schritt 3: Eignung prüfen
Eine zuständige erwachsene Fachperson klärt, ob die Situation für Schülermediation geeignet ist und ob Schutzbedenken bestehen.
Schritt 4: Freiwilligkeit bestätigen
Beide Seiten müssen wissen, was Schülermediation bedeutet, und freiwillig teilnehmen wollen.
Schritt 5: Termin vereinbaren
Für das Gespräch werden ein geeigneter Raum und ein ausreichender zeitlicher Rahmen organisiert.
Schulen sollten vermeiden, Kinder öffentlich vor der Klasse zu einer Mediation aufzufordern. Ein vertraulicher und respektvoller Zugang ist wesentlich.
Schülermediation Schule: Der Ablauf in sieben Schritten
Ein klarer Gesprächsablauf gibt den Schülermediatoren Sicherheit und erleichtert den Beteiligten die Orientierung.
Schritt 1: Begrüßung und Rollen erklären
Die Mediatoren begrüßen beide Seiten und erklären, welche Aufgabe sie übernehmen.
Sie machen deutlich, dass sie keine Entscheidung über Schuld oder Strafe treffen.
Schritt 2: Gesprächsregeln vereinbaren
Die Beteiligten bestätigen, dass sie freiwillig teilnehmen und die vereinbarten Regeln beachten möchten.
Wichtige Regeln sind: ausreden lassen, respektvoll sprechen, keine Drohungen und keine Beleidigungen.
Schritt 3: Beide Sichtweisen anhören
Die Konfliktparteien schildern nacheinander, was aus ihrer Sicht geschehen ist.
Die Mediatoren stellen offene Fragen und fassen die Aussagen neutral zusammen.
Schritt 4: Gefühle und Interessen klären
Die Mediatoren helfen dabei, die Gefühle und Anliegen hinter dem Streit sichtbar zu machen.
Häufig unterscheiden sich die eigentlichen Interessen von den zunächst geäußerten Vorwürfen.
Schritt 5: Lösungsmöglichkeiten sammeln
Beide Seiten entwickeln Vorschläge, wie sie künftig miteinander umgehen möchten.
Die Mediatoren achten darauf, dass nicht sofort eine Lösung vorgegeben wird.
Schritt 6: Vereinbarung formulieren
Die Konfliktparteien wählen freiwillig eine Lösung aus, die sie beide akzeptieren.
Die Vereinbarung wird möglichst konkret formuliert.
Schritt 7: Abschluss und Nachbereitung
Die Mediatoren fassen die Vereinbarung zusammen und bedanken sich für das Gespräch.
Bei Bedarf wird ein späterer Rückblick vereinbart, um zu prüfen, ob die Absprachen im Alltag funktionieren.
Die sieben Schritte dienen als Orientierung. Wenn sich während des Gesprächs Hinweise auf Mobbing, Gewalt oder Gefährdung ergeben, muss das Verfahren unterbrochen und eine zuständige erwachsene Person hinzugezogen werden.
Welche Gesprächsregeln gelten bei der Schülermediation?
Klare Regeln erleichtern eine respektvolle und faire Konfliktbearbeitung.
Die wichtigsten Gesprächsregeln
- Wir lassen einander ausreden.
- Wir sprechen respektvoll miteinander.
- Wir verzichten auf Beleidigungen und Drohungen.
- Wir schildern unsere eigene Sichtweise.
- Wir hören zu, auch wenn wir anderer Meinung sind.
- Wir suchen nach Lösungen statt nach Schuldigen.
- Wir treffen nur freiwillige Vereinbarungen.
- Wir respektieren die Grenzen der Vertraulichkeit.
Die Regeln sollten in einfacher, altersgerechter Sprache formuliert sein.
Bei jüngeren Kindern können kurze Beispielsätze oder Gesprächskarten helfen. Ältere Schülerinnen und Schüler können die Regeln gemeinsam besprechen und begründen.
Wichtig ist, dass die Regeln nicht nur zu Beginn vorgelesen, sondern während des Gesprächs tatsächlich eingehalten werden.
Vier Praxisbeispiele für Schülermediation
Praxisbeispiel 1: Streit in der Pause
Zwei Kinder geraten aneinander, weil beide zuerst ein Spielgerät nutzen möchten.
Nach der Anmeldung zur Schülermediation schildern sie ihre Sichtweisen. Die Mediatoren unterstützen sie dabei, eine faire Nutzungsregel zu entwickeln.
Mögliche Vereinbarung: Die Kinder wechseln sich nach einer gemeinsam festgelegten Zeit ab.
Lernziel: Interessen benennen und faire Absprachen treffen.
Praxisbeispiel 2: Missverständnis in einer Freundschaft
Eine Schülerin fühlt sich von ihrer Freundin absichtlich ausgeschlossen.
Im Gespräch stellt sich heraus, dass beide unterschiedliche Erwartungen an eine gemeinsame Aktivität hatten.
Mögliche Vereinbarung: Die Beteiligten sprechen künftig frühzeitig über ihre Pläne und Erwartungen.
Lernziel: Perspektivwechsel und offene Kommunikation.
Praxisbeispiel 3: Konflikt bei einer Gruppenarbeit
Mehrere Jugendliche sind unzufrieden, weil Aufgaben nicht gleichmäßig verteilt wurden.
Die Mediatoren helfen dabei, die Erwartungen der Beteiligten zu klären.
Mögliche Vereinbarung: Die Gruppe legt gemeinsam Zuständigkeiten und einen Termin zur Überprüfung fest.
Lernziel: Verantwortung und Zusammenarbeit.
Praxisbeispiel 4: Wiederholte Beleidigungen
Ein Kind berichtet, dass es regelmäßig von mehreren Mitschülern beleidigt und ausgeschlossen wird.
Die Situation könnte auf Mobbing oder eine andere ernsthafte Belastung hinweisen.
Die Schülermediatoren führen deshalb kein gewöhnliches Ausgleichsgespräch durch, sondern informieren eine zuständige erwachsene Fachperson über den Schutzbedarf.
Lernziel: Grenzen der eigenen Rolle erkennen und verantwortungsvoll handeln.
Die Beispiele zeigen, dass eine verantwortungsvolle Schülermediation Schule nicht nur Gesprächstechniken benötigt, sondern auch eine sorgfältige Einschätzung der jeweiligen Situation.
Fünf Übungen für Schülermediation im Unterricht
Übung 1: Aktives Zuhören
Ablauf: Eine Person erzählt von einem neutralen Erlebnis. Die zweite Person hört zu und fasst anschließend die wichtigsten Aussagen zusammen.
Reflexion: Woran erkennt man, dass jemand wirklich zugehört hat?
Übung 2: Ich-Botschaften formulieren
Ablauf: Die Gruppe erhält vorwurfsvolle Aussagen und wandelt sie in persönliche Beschreibungen um.
Reflexion: Wie verändert sich die Wirkung einer Aussage, wenn eigene Gefühle statt Vorwürfe im Mittelpunkt stehen?
Übung 3: Perspektiven wechseln
Ablauf: Zwei Schülerinnen oder Schüler erhalten unterschiedliche Rollenbeschreibungen zu einer fiktiven Konfliktsituation.
Reflexion: Welche Informationen wurden erst durch die zweite Sichtweise deutlich?
Übung 4: Lösungen sammeln
Ablauf: Die Klasse entwickelt zu einem einfachen Streit mehrere mögliche Lösungen.
Reflexion: Welche Lösungen berücksichtigen die Interessen beider Seiten?
Übung 5: Mediationsgespräch als Rollenspiel
Ablauf: Drei Personen übernehmen die Rollen zweier Konfliktparteien und eines Mediators. Eine vierte Person beobachtet die Einhaltung der Gesprächsregeln.
Reflexion: Welche Gesprächsschritte gelangen gut und welche benötigen weitere Übung?
Die Übungen sollten zunächst mit fiktiven und altersgerechten Situationen durchgeführt werden.
Persönliche Konflikte aus der Klasse dürfen nicht ohne Zustimmung öffentlich als Übungsfälle verwendet werden.
Wann stößt Schülermediation an ihre Grenzen?
Die Schülermediation Schule ist nicht für jede Form von Konflikt geeignet.
Bei Mobbing
Wiederholte Ausgrenzung und erhebliche Machtungleichgewichte erfordern eine fachliche Einschätzung und geeignete Schutzmaßnahmen.
Bei körperlicher Gewalt
Bei körperlichen Angriffen oder ernsthaften Drohungen müssen Erwachsene unmittelbar die Sicherheit der Beteiligten gewährleisten.
Bei fehlender Freiwilligkeit
Wenn eine Person aus Angst oder unter Druck teilnimmt, fehlt eine wesentliche Voraussetzung der Mediation.
Bei erheblichen Machtunterschieden
Ein gleichberechtigtes Gespräch kann nicht vorausgesetzt werden, wenn eine Seite die andere stark einschüchtert oder kontrolliert.
Bei Hinweisen auf Gefährdung
Hinweise auf Kindeswohlgefährdung oder sexualisierte Übergriffe müssen über die schulischen Schutzwege bearbeitet werden.
Kinderschutz hat Vorrang
Schülermediatoren dürfen keine Gefährdungseinschätzungen übernehmen. Bei Hinweisen auf Gewalt, Mobbing oder andere Schutzbedarfe müssen sie die zuständigen erwachsenen Fachpersonen einschalten. Absolute Geheimhaltung darf nicht versprochen werden.
Schulen benötigen deshalb klare Kriterien, wann ein Gespräch durchgeführt werden darf und wann die Verantwortung bei Erwachsenen liegt.
Checkliste: Schülermediation Schule praktisch durchführen
Diese Checkliste unterstützt Lehrkräfte, Schulsozialarbeit und Schülermediatoren bei der Vorbereitung und Durchführung geeigneter Mediationsgespräche.
Vor dem Gespräch
- Ist der Konflikt für Schülermediation geeignet?
- Sind beide Seiten freiwillig zur Teilnahme bereit?
- Bestehen keine Hinweise auf akute Gefährdung?
- Ist ein geeigneter Gesprächsraum vorhanden?
- Ist eine verantwortliche erwachsene Person erreichbar?
Während des Gesprächs
- Wurden die Rollen der Mediatoren erklärt?
- Sind die Gesprächsregeln vereinbart?
- Konnten beide Seiten ihre Sichtweise schildern?
- Wurden Gefühle und Interessen angesprochen?
- Wurden mehrere Lösungsmöglichkeiten gesammelt?
- Ist die Vereinbarung freiwillig und konkret?
Nach dem Gespräch
- Wurde die Vereinbarung verständlich zusammengefasst?
- Ist bei Bedarf ein Nachgespräch vorgesehen?
- Wurden notwendige Informationen datenschutzgerecht behandelt?
- Wurde bei Schwierigkeiten erwachsene Unterstützung hinzugezogen?
- Haben die Mediatoren Gelegenheit zur fachlichen Reflexion?
Sieben häufige Fehler bei der Schülermediation
1. Ungeeignete Konflikte vermitteln lassen
Bei Mobbing, Gewalt oder erheblichen Machtungleichgewichten ist eine gewöhnliche Schülermediation nicht angemessen.
2. Freiwilligkeit nicht beachten
Ein Gespräch darf nicht als verpflichtende Strafe oder erzwungene Versöhnung eingesetzt werden.
3. Schuldige suchen
Die Mediatoren sollen den Gesprächsprozess begleiten und keine Urteile über die Beteiligten fällen.
4. Lösungen vorgeben
Die Konfliktparteien müssen ihre Vereinbarung selbst entwickeln können.
5. Unklare Gesprächsregeln
Ohne respektvolle Kommunikation kann das Gespräch erneut eskalieren.
6. Fehlende Unterstützung durch Erwachsene
Schülermediatoren benötigen fachliche Begleitung und klare Übergabewege.
7. Keine Nachbereitung
Ohne Reflexion und mögliche Nachgespräche bleibt unklar, ob die Vereinbarung im Alltag hilfreich ist.
Eine sorgfältig organisierte Schülermediation Schule berücksichtigt diese Fehlerquellen bereits bei der Vorbereitung.
Wie wird Schülermediation dauerhaft im Schulalltag verankert?
Eine nachhaltige Schülermediation braucht eine klare organisatorische Struktur und kontinuierliche pädagogische Begleitung.
Verantwortlichkeiten festlegen
Die Schule bestimmt, welche Lehrkräfte oder Fachpersonen das Angebot koordinieren und für Fragen erreichbar sind.
Schülermediatoren qualifizieren
Die Ausbildung vermittelt Gesprächstechniken, Rollenverständnis und den Umgang mit schwierigen Situationen.
Bekanntheit schaffen
Die Schülerinnen und Schüler sollten wissen, wann und wie sie Schülermediation in Anspruch nehmen können.
Geeignete Zeiten und Räume bereitstellen
Ein verlässlicher organisatorischer Rahmen erleichtert die Durchführung und verhindert unnötige Unterbrechungen.
Regelmäßige Reflexion anbieten
Die Mediatoren sollten ihre Erfahrungen in fachlich begleiteten Treffen besprechen können.
Neue Mediatoren gewinnen
Da Schülerinnen und Schüler die Schule verlassen, muss die Nachwuchsqualifizierung langfristig geplant werden.
Erfahrungen auswerten
Rückmeldungen der Beteiligten können helfen, das Angebot weiterzuentwickeln. Dabei müssen Vertraulichkeit und Datenschutz beachtet werden.
Die Schülermediation sollte mit dem bestehenden Schulprogramm, dem Präventionskonzept und den schulischen Schutzverfahren abgestimmt werden.
Weitere organisatorische Hinweise finden Sie unter Streitschlichtung Schule Konzept und Streitschlichter Ausbildung Schule.
Schülermediation und Projekttag Konfliktlösung verbinden
Die Grundlagen der Schülermediation lassen sich durch praxisorientierte Übungen zum sozialen Lernen vorbereiten.
Die TRY-BULLS Academy unterstützt Schulen mit Projekttagen, bei denen Respekt, Fairness, Kommunikation, Selbstwirksamkeit und gemeinschaftliches Handeln im Mittelpunkt stehen.
Kommunikation und Zuhören
Gemeinsame Aufgaben fördern die Fähigkeit, Absprachen zu treffen und andere Sichtweisen wahrzunehmen.
Perspektivwechsel
Die Schülerinnen und Schüler erleben, dass unterschiedliche Ideen und Herangehensweisen miteinander vereinbart werden müssen.
Respekt und Fairness
Verbindliche Regeln und gegenseitige Rücksichtnahme werden praktisch erlebbar gemacht und reflektiert.
Umgang mit Herausforderungen
Die Kinder und Jugendlichen lernen, auf Frustration zu reagieren und konstruktiv nach Lösungen zu suchen.
Schulen können den Projekttag als Ergänzung zu ihrem bestehenden Mediations- oder Streitschlichtungsangebot nutzen.
Projekttag Konfliktlösung unverbindlich anfragenWeitere Informationen finden Sie auf unseren Seiten Für Schulsozialarbeit und Projekttage Gesamtschule.
Fazit: Schülermediation fördert eigenverantwortliche Konfliktlösung
Schülermediation Schule bietet Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, geeignete Alltagskonflikte mit Unterstützung vorbereiteter Gleichaltriger zu bearbeiten.
Ein strukturierter Ablauf, klare Gesprächsregeln und freiwillige Vereinbarungen schaffen die Grundlage für eine konstruktive Konfliktbearbeitung.
Wichtig sind die sorgfältige Auswahl geeigneter Konflikte, die Qualifizierung der Mediatoren und eine verlässliche Begleitung durch Erwachsene.
Bei Gewalt, Mobbing oder Gefährdung müssen die schulischen Schutz- und Interventionsverfahren Vorrang haben.
Richtig eingebunden kann Schülermediation einen wertvollen Beitrag zu einer respektvollen Gesprächskultur und zum sozialen Lernen leisten.
Fachliche Orientierung und Quellen
Für die weitere Beschäftigung mit Schülermediation, schulischer Konfliktbearbeitung und Prävention bieten folgende Institutionen fachliche Orientierung:
- Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) – Konfliktbearbeitung und Demokratiebildung
- Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) – Prävention und Sicherheit in Schulen
- Kultusministerkonferenz (KMK) – Schulentwicklung und pädagogische Rahmenbedingungen
Bei der konkreten Umsetzung sind die schulrechtlichen, datenschutzrechtlichen und kinderschutzbezogenen Vorgaben des jeweiligen Bundeslandes zu beachten.
Über den Autor: Rico Schmidt
Gründer und Trainer der TRY-BULLS Academy.
Zertifizierter Resilienztrainer für Kinder und Jugendliche · DOSB-Trainer C Leistungssport Rugby · World Rugby Level 1 · im Kinderschutz geschult.
Die Fachartikel verbinden pädagogische Grundlagen mit Erfahrungen aus schulischen Präventionsprojekten.
Gewaltprävention und soziales Lernen in der Praxis
Ein Einblick in die Projektarbeit der TRY-BULLS Academy: Bewegung, Fairness, gegenseitiger Respekt und gemeinsames Lernen.
TRY-BULLS Academy – Gemeinsam Respekt, Fairness und Zusammenhalt erleben.
Weiterführende Fachartikel zur Schülermediation
Ergänzende Informationen und Methoden für die schulische Praxis.
Peer Mediation Schule
Grundprinzipien, Gesprächsphasen und Methoden der Konfliktvermittlung durch Gleichaltrige.
Fachartikel lesenStreitschlichter Ausbildung Schule
Ausbildungsmodule, Rollenspiele und praktische Übungen für angehende Schülerstreitschlichter.
Ausbildung kennenlernenStreitschlichtung Schule Konzept
Wie Schulen ein dauerhaftes und pädagogisch begleitetes Streitschlichtungsangebot entwickeln.
Konzept ansehenKonfliktlösung Rollenspiele Schule
Praxisnahe Rollenspiele zur Förderung von Gesprächsführung und Perspektivwechsel.
Übungen ansehenSchulen aus Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt vertrauen auf die TRY-BULLS Academy
Erfolgreiche Präventionsprojekte an Schulen und Bildungseinrichtungen in mehreren Bundesländern.
Schule am Buntzelberg
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Maria-Leo-Grundschule
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Jahnschule
Wittenberge · Brandenburg
Schule am Birkenhof
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Annedore-Leber-Grundschule
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Grundschule Guteborn
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Regionale Schule Ernst Moritz Arndt
Greifswald · Mecklenburg-Vorpommern
Grundschule Leipziger Straße
Magdeburg · Sachsen-Anhalt
Das sagen Schulen über unsere Arbeit
Rückmeldungen aus Projekttagen und Projektwochen in mehreren Bundesländern.
„Die Projekttage mit der TRY-BULLS Academy waren für unsere Schülerinnen und Schüler ein gelungener Start in das neue Schuljahr. Besonders für die neu zusammengesetzten Klassen bot das Rugbyprojekt eine tolle Möglichkeit, sich kennenzulernen und als Team zusammenzuwachsen. Respekt, Fairness und Teamgeist wurden dabei nicht nur besprochen, sondern auf dem Spielfeld ganz praktisch erlebt. Durch die gemeinsamen Aufgaben und Herausforderungen entstand ein echtes Wir-Gefühl.“Schulzentrum am Turm Schwerin · Mecklenburg-Vorpommern
„Der Projekttag hat unsere Klasse sichtbar näher zusammengebracht. Besonders schön war zu erleben, wie Schülerinnen und Schüler eigene Unsicherheiten überwanden, sich auf neue Herausforderungen einließen und gemeinsam Erfolgserlebnisse sammelten. Auch die anfängliche Trennung zwischen Jungen und Mädchen löste sich im Verlauf des Tages zunehmend auf. Die Mischung aus Bewegung, Teamaufgaben und Reflexion hat die Schülerinnen und Schüler erreicht und für viel Freude gesorgt.“Regionale Schule Ernst Moritz Arndt Greifswald · Mecklenburg-Vorpommern
„Die drei Projekttage mit der TRY-BULLS Academy waren für unsere Schülerinnen und Schüler eine tolle Gelegenheit, Bewegung, gemeinsames Lernen und Gewaltprävention miteinander zu verbinden. Die Kinder konnten Rugby ausprobieren, neue Fähigkeiten entdecken und als Klasse gemeinsam Herausforderungen bewältigen. Besonders positiv waren die große Begeisterung und Motivation sowie der gelebte Teamgeist, die gegenseitige Unterstützung, Fairness und der respektvolle Umgang miteinander. Vielen Dank für drei tolle und lehrreiche Tage!“Grundschule Leipziger Straße Magdeburg · Sachsen-Anhalt
„Ein großartiges Projekt, welches mehr als nur einen gewaltfreien Umgang miteinander vermittelt. Der Trainer motivierte jeden Schüler und jede Schülerin mit einer sehr abwechslungsreichen Umsetzung der Inhalte; die vielen praktischen Übungen waren geprägt von jeder Menge Spielfreude und stets durchzogen von fachübergreifendem theoretischen Input. So konnten letztlich die Leitgedanken des Rugbysports – Respekt, Fairness, Solidarität, Integration und Passion – das Klassenteam positiv beeinflussen und nachhaltig stärken. Danke – jederzeit gerne wieder!“Klasse 6b Grundschule Forst Mitte · Brandenburg
„Besonders beeindruckend war, dass eine sonst sehr herausfordernde Klasse in diesem Rahmen ihre Stärken zeigen konnte. Die Schülerinnen und Schüler konnten ihre Energie sinnvoll einsetzen, sich körperlich auspowern und gleichzeitig konzentriert und kooperativ zusammenarbeiten.“Maria-Louise Hartmann Respekt Coach · Christliche Schule Johanneum · Hoyerswerda
„Im Projekt ‚Rugby statt Mobbing – Kinder lernen Fairness‘ konnten unsere Schülerinnen und Schüler wichtige Werte wie Fairness, Teamgeist und gegenseitige Unterstützung praxisnah erleben.“K. Schulz Schulleitung · Jahnschule Wittenberge · Brandenburg
„In unserer Projektwoche drehte sich alles um das Thema Rugby gegen Gewalt und Mobbing. Mit viel Spaß und Bewegung lernten die Kinder, wie wichtig Teamgeist, Fairness und Respekt im Sport und im Alltag sind.“Schule am Buntzelberg Berlin-Bohnsdorf
„Der Rugby-Tag hat den Schülerinnen und Schülern viel Freude bereitet. Teamgeist, Fairness und gegenseitiger Respekt wurden auf natürliche und praxisnahe Weise vermittelt.“Tamara Jankowski Schulsozialarbeit · Annedore-Leber-Grundschule · Berlin
Häufige Fragen zur Schülermediation in der Schule
Antworten für Lehrkräfte, Schulsozialarbeit und Schulleitungen.
Was ist Schülermediation Schule?
Schülermediation Schule ist ein freiwilliges Verfahren, bei dem entsprechend vorbereitete Schülerinnen und Schüler Gleichaltrige bei der Lösung geeigneter Konflikte unterstützen. Die Mediatoren begleiten das Gespräch unparteiisch und helfen den Beteiligten, eigene Vereinbarungen zu entwickeln.
Wie läuft eine Schülermediation ab?
Eine Schülermediation kann in sieben Schritten ablaufen: Begrüßung, Vereinbarung der Gesprächsregeln, Darstellung der Sichtweisen, Klärung von Gefühlen und Interessen, Sammlung von Lösungsideen, gemeinsame Vereinbarung und Abschluss mit möglicher Nachbereitung.
Welche Aufgaben haben Schülermediatoren?
Schülermediatoren strukturieren das Gespräch, achten auf die Regeln, hören beiden Seiten zu, stellen neutrale Fragen und unterstützen die eigenverantwortliche Lösungsfindung. Sie entscheiden nicht über Schuld oder Strafe und müssen bei Schutzbedenken Erwachsene hinzuziehen.
Welche Konflikte eignen sich für Schülermediation?
Geeignet sind vor allem freiwillig bearbeitbare Alltagskonflikte, beispielsweise Missverständnisse, Streit um Materialien oder Unstimmigkeiten bei Gruppenarbeiten. Bei Mobbing, Gewalt, erheblichen Machtungleichgewichten oder Gefährdungen müssen Erwachsene die Verantwortung übernehmen.
Wie werden Schülermediatoren vorbereitet?
Schülermediatoren benötigen eine strukturierte Qualifizierung in Gesprächsführung, aktivem Zuhören, Unparteilichkeit, Konfliktverständnis und Schutzgrenzen. Rollenspiele und regelmäßige fachliche Begleitung sind wichtige Bestandteile der Vorbereitung.
Welche Rolle spielen Lehrkräfte und Schulsozialarbeit?
Lehrkräfte und Schulsozialarbeit organisieren und begleiten das Angebot, unterstützen die Ausbildung, prüfen die Eignung von Konflikten und übernehmen die Verantwortung für notwendige Schutz- und Interventionsmaßnahmen.