Gewaltprävention Hort: Konflikte früh erkennen und sicher begleiten
Gewaltprävention Hort bedeutet, Kinder auch außerhalb des Unterrichts in einem sicheren, respektvollen und verlässlichen sozialen Umfeld zu begleiten. Gerade freie Spielzeiten, Übergänge, Gruppenwechsel und offene Angebote benötigen klare Regeln, aufmerksame Fachkräfte und Möglichkeiten zum sozialen Lernen.
Leitfaden lesen Zur ChecklisteGewaltprävention im Hort
- ✓ Konflikte frühzeitig erkennen
- ✓ persönliche Grenzen stärken
- ✓ sichere Übergänge gestalten
- ✓ klare Regeln im Alltag verankern
- ✓ freie Spielzeiten aufmerksam begleiten
- ✓ soziales Lernen praktisch fördern
- ✓ Kinder an Lösungen beteiligen
Was bedeutet Gewaltprävention Hort?
Gewaltprävention Hort umfasst alle pädagogischen Maßnahmen, Strukturen und Verhaltensweisen, die dazu beitragen, Gewalt, Grenzverletzungen, Ausgrenzung und eskalierende Konflikte im Hort frühzeitig zu verhindern oder angemessen zu bearbeiten.
Der Hort unterscheidet sich in mehreren Punkten vom klassischen Unterricht. Kinder haben mehr freie Zeit, bewegen sich häufiger zwischen Räumen, wählen Spielpartner selbst und erleben deutlich weniger feste Unterrichtsstrukturen.
Genau deshalb benötigt Gewaltprävention Hort eine eigene Betrachtung.
Kurze Definition
Gewaltprävention Hort bedeutet, sichere Rahmenbedingungen zu schaffen, soziale Kompetenzen zu fördern, Konflikte früh wahrzunehmen und Kinder dabei zu unterstützen, Grenzen zu respektieren, Verantwortung zu übernehmen und Streit ohne Gewalt zu lösen.
Dabei geht es nicht ausschließlich um körperliche Gewalt. Auch Beleidigungen, Drohungen, wiederholtes Ausgrenzen, absichtliches Bloßstellen oder das bewusste Ignorieren von Grenzen gehören zu Situationen, die pädagogische Aufmerksamkeit benötigen.
Die grundlegende Einordnung zum Thema findet sich auch auf der Seite Gewaltprävention Schule.
Grundsatz: Gute Gewaltprävention beginnt nicht erst nach einem Vorfall. Sie zeigt sich bereits darin, wie Räume gestaltet sind, wie Erwachsene reagieren, welche Regeln gelten und wie Kinder lernen, Konflikte miteinander zu lösen.
Warum Gewaltprävention Hort besondere Anforderungen hat
Der Hort ist für viele Kinder ein zentraler Lebensraum nach dem Unterricht. Dort wechseln Lernphasen, Essen, Bewegung, freies Spiel, kreative Angebote und Ruhezeiten.
Diese Vielfalt ist eine große Chance. Gleichzeitig entstehen Situationen, die für Gewaltprävention Hort besonders wichtig sind.
Mehr freie Situationen
Kinder entscheiden häufiger selbst, mit wem und womit sie spielen. Dadurch werden soziale Beziehungen besonders sichtbar.
Wechselnde Gruppen
Nicht immer sind dieselben Kinder gemeinsam in einem Raum oder Angebot. Gruppendynamiken verändern sich schnell.
Mehr Übergänge
Unterrichtsende, Mittagessen, Hausaufgaben, Spielzeit und Abholsituationen erzeugen viele Wechsel.
Unterschiedliche Bedürfnisse
Manche Kinder möchten sich nach dem Unterricht bewegen, andere benötigen Ruhe oder Rückzug.
Für eine wirksame Gewaltprävention Hort reicht es deshalb nicht, lediglich allgemeine Verhaltensregeln aufzustellen.
Entscheidend ist, wie Regeln in den vielen unterschiedlichen Situationen tatsächlich umgesetzt werden.
Welche Ursachen und Auslöser spielen bei Gewaltprävention Hort eine Rolle?
Konflikte entstehen im Hort häufig nicht aus einem einzigen Grund. Mehrere Faktoren können zusammenkommen.
Überforderung nach einem langen Schultag
Kinder haben bereits mehrere Unterrichtsstunden erlebt. Konzentration und Selbstkontrolle können am Nachmittag nachlassen.
Begrenzte Räume und Materialien
Wenn viele Kinder dieselben Spielgeräte, Fahrzeuge, Bälle oder Räume nutzen möchten, entstehen Konkurrenzsituationen.
Unklare Regeln
Wenn Kinder nicht wissen, welche Regeln in unterschiedlichen Bereichen gelten, entstehen Unsicherheit und Diskussionen.
Cliquen und Zugehörigkeit
Freie Spielzeiten machen sichtbar, wer mit wem spielt und wer möglicherweise regelmäßig ausgeschlossen wird.
Frustration
Verlorene Spiele, nicht erfüllte Wünsche oder Streit um Materialien können starke Emotionen auslösen.
Unterschiedliche Entwicklungsstände
Gerade in altersgemischten Gruppen treffen unterschiedliche körperliche, sprachliche und soziale Fähigkeiten aufeinander.
Gewaltprävention Hort sollte diese Hintergründe berücksichtigen. Nicht jede aggressive Reaktion entsteht aus bewusster Absicht.
Warnzeichen bei Gewaltprävention Hort früh erkennen
Viele schwierige Situationen entwickeln sich schrittweise. Deshalb gehört genaue Beobachtung zu einer wirksamen Gewaltprävention Hort.
Aufmerksam werden sollten pädagogische Fachkräfte beispielsweise bei:
- wiederkehrenden Beleidigungen zwischen denselben Kindern,
- gezieltem Ausschluss aus Spielen oder Gruppen,
- häufigem Schubsen, Festhalten oder Wegnehmen von Gegenständen,
- Drohungen oder Einschüchterungen,
- starken Wutausbrüchen bei kleinen Auslösern,
- Kindern, die bestimmte Räume oder Gruppen meiden,
- häufigem Rückzug während freier Spielzeiten,
- immer denselben Kindern in Opfer- oder Täterrollen,
- Konflikten, die sich täglich wiederholen,
- sichtbarer Angst vor einzelnen Kindern.
Ein einzelnes Verhalten erlaubt noch keine eindeutige Bewertung.
Entscheidend ist, Muster zu erkennen. Gewaltprävention Hort bedeutet deshalb auch, Beobachtungen im Team zusammenzuführen.
Typische Risikosituationen für Gewaltprävention Hort
Freies Spiel
Während des freien Spiels entscheiden Kinder selbst über Gruppen, Regeln und Rollen. Das fördert Selbstständigkeit, kann aber auch Konflikte und Ausschluss sichtbar machen.
Außengelände
Große Flächen, Bewegung und weniger direkte Nähe zu Erwachsenen schaffen Freiräume. Gleichzeitig können einzelne Situationen leichter unbemerkt bleiben.
Mittagessen
Lautstärke, Wartezeiten, Sitzordnung und unterschiedliche Bedürfnisse können Spannungen verstärken.
Hausaufgabenzeit
Frust, Leistungsdruck und unterschiedliche Arbeitstempi können Konflikte auslösen.
Abholsituationen
Am Ende eines langen Tages sind manche Kinder müde oder ungeduldig. Gleichzeitig verändert sich die Gruppengröße ständig.
Sport- und Bewegungsangebote
Wettkampf, Körperkontakt und Regeln können soziale Dynamiken verstärken. Hier bestehen Schnittstellen zur Gewaltprävention Sportunterricht.
Eine gute Gewaltprävention Hort betrachtet deshalb nicht nur einzelne Kinder, sondern auch Situationen und Strukturen.
Grundsätze wirksamer Gewaltprävention Hort
Damit Gewaltprävention Hort langfristig wirkt, sollte sie im Alltag verankert sein.
Klare Regeln
Kinder müssen wissen, welche Grenzen gelten und welche Folgen Regelverletzungen haben.
Verlässliche Erwachsene
Fachkräfte reagieren nachvollziehbar und möglichst einheitlich auf Grenzverletzungen.
Beteiligung
Kinder werden bei geeigneten Regeln und Lösungen beteiligt.
Soziales Lernen
Konfliktfähigkeit, Selbstkontrolle, Empathie und Teamfähigkeit werden regelmäßig geübt.
Bewegung
Ausreichende Bewegungsmöglichkeiten helfen Kindern, Energie angemessen abzubauen.
Rückzug
Nicht jedes Kind möchte ständig aktiv sein. Rückzugsmöglichkeiten können Überforderung reduzieren.
Diese Faktoren greifen ineinander. Gewaltprävention Hort funktioniert besonders gut, wenn Struktur und Beziehung gemeinsam betrachtet werden.
Gewaltprävention Hort: 7 konkrete Handlungsschritte
Situationen beobachten
Wo entstehen Konflikte besonders häufig? Welche Räume, Zeiten oder Gruppenkonstellationen fallen auf?
Regeln überprüfen
Regeln sollten konkret, verständlich und im Alltag tatsächlich umsetzbar sein.
Grenzen eindeutig vertreten
Gewalt, Drohungen und massive Grenzverletzungen brauchen klare Reaktionen.
Kinder beteiligen
Bei lösbaren Alltagsfragen können Kinder eigene Vorschläge entwickeln und Verantwortung übernehmen.
Soziale Kompetenzen üben
Kooperation, Kommunikation und Konfliktlösung sollten regelmäßig praktisch geübt werden.
Teamabsprachen schaffen
Pädagogische Fachkräfte benötigen gemeinsame Standards für typische Konfliktsituationen.
Entwicklung reflektieren
Maßnahmen werden überprüft: Was hat sich verändert? Wo bestehen weiterhin Probleme?
Gewaltprävention Hort wird dadurch zu einem fortlaufenden Prozess und nicht zu einer einzelnen Aktion.
Klare Regeln als Grundlage der Gewaltprävention Hort
Regeln sind besonders dann hilfreich, wenn sie konkret formuliert sind.
Beispiele:
- Ein deutliches Stopp wird respektiert.
- Wir schlagen, treten oder schubsen niemanden.
- Wir beleidigen und bedrohen niemanden.
- Material wird nicht absichtlich weggenommen oder zerstört.
- Wer einen Konflikt nicht allein lösen kann, holt Unterstützung.
- Niemand wird dauerhaft aus gemeinsamen Angeboten ausgeschlossen.
Bei Gewaltprävention Hort sollte außerdem geklärt werden, welche Regeln für bestimmte Räume gelten.
Auf dem Außengelände können andere Absprachen notwendig sein als im Hausaufgabenraum oder beim Mittagessen.
Wichtig ist, dass Kinder nicht mit einer unüberschaubaren Menge an Regeln konfrontiert werden.
Wenige klare Regeln sind meist wirkungsvoller als lange Verbotslisten.
Räume und Aufsicht bei Gewaltprävention Hort
Auch die Umgebung beeinflusst Verhalten.
Eine wirksame Gewaltprävention Hort berücksichtigt deshalb Raumgestaltung, Sichtachsen und Rückzugsmöglichkeiten.
Hilfreiche Fragen sind:
- Welche Bereiche sind für Erwachsene schwer einsehbar?
- Wo entstehen regelmäßig Streitigkeiten?
- Gibt es ausreichend Möglichkeiten für Bewegung?
- Gibt es ruhige Bereiche für Kinder, die Rückzug brauchen?
- Ist klar, welche Fachkraft für welchen Bereich zuständig ist?
- Gibt es Engstellen, an denen viele Kinder gleichzeitig aufeinandertreffen?
Eine ähnliche Perspektive spielt auch bei Gewaltprävention Schulhof und Gewaltprävention Pausenhof eine Rolle.
Übergänge sicher gestalten mit Gewaltprävention Hort
Übergänge gehören zu den häufig unterschätzten Situationen im Hort.
Der Wechsel vom Unterricht zum Mittagessen, von Hausaufgaben zum Freispiel oder vom Innen- zum Außenbereich bringt viele Kinder gleichzeitig in Bewegung.
Gerade dann können Drängeln, Schubsen oder Streit entstehen.
Gewaltprävention Hort kann Übergänge durch einfache Strukturen entlasten:
- klare Treffpunkte,
- überschaubare Gruppengrößen,
- eindeutige Zuständigkeiten,
- bekannte Abläufe,
- ausreichend Zeit für Wechsel,
- verständliche Regeln für Flure und Garderoben.
Je weniger unnötige Hektik entsteht, desto geringer ist häufig das Eskalationspotenzial.
Gewaltprävention Hort im freien Spiel
Freies Spiel ist für die Entwicklung von Kindern wertvoll. Es ermöglicht Selbstständigkeit, Kreativität und soziale Erfahrungen.
Gleichzeitig zeigt sich gerade dort, wie Gruppen tatsächlich funktionieren.
Für Gewaltprävention Hort sind deshalb Beobachtungen im Freispiel besonders wichtig.
Fachkräfte können beispielsweise darauf achten:
- Wer entscheidet über Spielregeln?
- Wer darf teilnehmen?
- Wer wird regelmäßig ausgeschlossen?
- Wie werden Konflikte gelöst?
- Wie reagieren Kinder auf ein Stopp?
- Wer gibt häufig nach?
- Wer bestimmt dauerhaft über andere?
Das Ziel ist nicht, jedes Spiel zu kontrollieren.
Kinder benötigen Freiräume. Erwachsene sollten aber erkennen können, wann aus selbstständiger Aushandlung ein problematisches Machtverhältnis wird.
Übungen für Gewaltprävention Hort
Praktische Übungen können soziale Kompetenzen stärken und Konfliktsituationen vorbereiten.
1. Stopp heißt Stopp
Kinder üben in Partneraufgaben ein klares Stopp-Signal. Wird Stopp gesagt, endet die Handlung sofort.
Die anschließende Reflexion klärt: Wie erkennt man Grenzen? Warum muss ein Stopp nicht erst erklärt werden?
2. Gemeinsam ans Ziel
Eine kleine Gruppe erhält eine Aufgabe, die nur gemeinsam gelöst werden kann. Das kann ein Transportspiel, eine Bewegungsaufgabe oder ein gemeinsames Bauprojekt sein.
3. Konfliktampel
Rot bedeutet stoppen, Gelb bedeutet nachdenken und Grün steht für eine passende Handlung.
Die Kinder üben anhand einfacher Alltagssituationen, nicht sofort impulsiv zu reagieren.
4. Was hilft bei Streit?
Kinder sammeln gemeinsam Lösungen: Abstand nehmen, Stopp sagen, ruhig sprechen, Hilfe holen oder eine Pause machen.
5. Teamrollen wechseln
Bei Gruppenaufgaben wechseln Rollen wie Materialverantwortung, Zeit, Moderation oder Präsentation.
Solche Übungen unterstützen Gewaltprävention Hort, wenn sie regelmäßig aufgegriffen und auf konkrete Alltagssituationen übertragen werden.
Praxisbeispiele für Gewaltprävention Hort
Streit um den Fußballplatz
Mehrere Gruppen möchten gleichzeitig spielen. Immer wieder entstehen Diskussionen und Schubsen.
Statt einzelne Konflikte täglich neu zu lösen, kann eine verbindliche Nutzungsregel gemeinsam entwickelt werden.
Wiederkehrender Ausschluss
Ein Kind wird bei bestimmten Spielen regelmäßig nicht beteiligt.
Hier reicht der Hinweis „Lasst alle mitspielen“ nicht immer aus. Die Gruppe sollte genauer beobachtet und die Dynamik besprochen werden.
Konflikte nach dem Unterricht
Mehrere Kinder kommen angespannt aus einer Unterrichtssituation in den Hort und setzen einen Streit dort fort.
Gewaltprävention Hort braucht in solchen Situationen gute Übergaben zwischen Schule und Hort.
Streit um Materialien
Beliebte Fahrzeuge oder Spielgeräte führen täglich zu Auseinandersetzungen.
Eine einfache, für alle nachvollziehbare Regel kann Konflikte reduzieren.
Körperliche Auseinandersetzung
Bei akuter körperlicher Gewalt steht zunächst Sicherheit im Vordergrund. Die Situation wird gestoppt und Beteiligte werden getrennt.
Die spätere Klärung erfolgt erst dann, wenn sich die Beteiligten ausreichend beruhigt haben.
Die Rolle des pädagogischen Teams bei Gewaltprävention Hort
Gewaltprävention Hort ist Teamaufgabe.
Kinder benötigen möglichst verlässliche Reaktionen. Wenn dieselbe Grenzverletzung von verschiedenen Erwachsenen völlig unterschiedlich bewertet wird, entstehen Unsicherheit und Diskussionen.
Hilfreiche Teamfragen sind:
- Welche Regeln gelten verbindlich?
- Wie reagieren wir auf körperliche Gewalt?
- Wie gehen wir mit Beleidigungen um?
- Wann dokumentieren wir Vorfälle?
- Wie werden Eltern informiert?
- Welche Situationen benötigen Rücksprache mit Schule oder Schulsozialarbeit?
- Wie erkennen wir wiederkehrende Muster?
Regelmäßige kurze Fallbesprechungen können helfen, unterschiedliche Beobachtungen zusammenzuführen.
Für Schulen und pädagogische Fachkräfte finden sich weitere Informationen unter Für Schulsozialarbeit und Für Lehrkräfte.
Checkliste Gewaltprävention Hort
- □ Gibt es wenige und verständliche Regeln?
- □ Kennen Kinder die Konsequenzen bei Grenzverletzungen?
- □ Wird ein klares Stopp respektiert?
- □ Sind Aufsichtsbereiche eindeutig geregelt?
- □ Sind schwer einsehbare Bereiche bekannt?
- □ Werden wiederkehrende Konflikte dokumentiert oder im Team besprochen?
- □ Gibt es sichere Rückzugsmöglichkeiten?
- □ Bestehen ausreichende Bewegungsangebote?
- □ Werden Übergänge bewusst gestaltet?
- □ Werden freie Spielzeiten aufmerksam beobachtet?
- □ Können Kinder Konfliktlösungsstrategien benennen?
- □ Werden Kinder bei geeigneten Regeln beteiligt?
- □ Wird Ausgrenzung früh wahrgenommen?
- □ Reagieren Fachkräfte möglichst einheitlich?
- □ Gibt es Austausch mit Schule und Schulsozialarbeit?
- □ Werden positive Verhaltensweisen ebenfalls sichtbar gemacht?
Diese Checkliste kann Teams helfen, die eigene Gewaltprävention Hort regelmäßig zu überprüfen.
Häufige Fehler bei Gewaltprävention Hort
- Prävention beginnt erst nach einem schweren Vorfall.
- Regeln sind zu allgemein oder zu zahlreich.
- Fachkräfte reagieren sehr unterschiedlich auf dasselbe Verhalten.
- Freie Spielzeiten werden als grundsätzlich konfliktfreie Zeiten betrachtet.
- Wiederkehrende Ausgrenzung wird als normaler Streit eingeordnet.
- Nur auffällige Kinder werden beobachtet.
- Räume und Übergänge werden bei Konflikten kaum berücksichtigt.
- Teamspiele werden ohne Reflexion durchgeführt.
- Kinder werden zu schnellen Entschuldigungen gezwungen, ohne den Konflikt verstanden zu haben.
- Positive Entwicklungen werden kaum benannt.
Wirksame Gewaltprävention Hort bedeutet deshalb nicht, jeden Konflikt verhindern zu wollen.
Vielmehr geht es darum, sichere Rahmenbedingungen zu schaffen und Kinder zunehmend in die Lage zu versetzen, Konflikte angemessen zu bewältigen.
Gewaltprävention Hort und Transfer in den Projekttag
Ein bewegungsorientierter Projekttag kann auch für die Gewaltprävention Hort wertvolle Impulse liefern.
Die TRY-BULLS Academy verbindet Bewegung, klare Regeln, Teamaufgaben und Reflexion.
Dabei entstehen Situationen, in denen Kinder erleben, wie wichtig Selbstkontrolle, Fairness, Kommunikation und gegenseitige Unterstützung sind.
Bewegung macht soziale Dynamiken sichtbar.
Kinder müssen beispielsweise warten, Regeln akzeptieren, mit einem verlorenen Spiel umgehen oder anderen helfen.
Diese Situationen können anschließend gemeinsam besprochen werden.
Typische Reflexionsfragen sind:
- Was hat unserem Team geholfen?
- Was passiert, wenn jemand eine Regel ignoriert?
- Wie reagieren wir auf Fehler?
- Wann wurde jemand unterstützt?
- Wie haben wir einen Konflikt gelöst?
- Was können wir davon in unseren Hortalltag übernehmen?
Der Projekttag Gewaltprävention kann damit einen gemeinsamen Impuls setzen.
Nachhaltig wird Gewaltprävention Hort jedoch vor allem dann, wenn die Erfahrungen anschließend im Alltag weitergeführt werden.
Fazit: Gewaltprävention Hort beginnt im Alltag
Gewaltprävention Hort ist mehr als das Reagieren auf körperliche Auseinandersetzungen.
Sie beginnt bei klaren Regeln, verlässlichen Beziehungen, guter Raumgestaltung, aufmerksamer Beobachtung und einer pädagogischen Haltung, die Grenzen ernst nimmt.
Gerade die offenen Strukturen des Horts bieten viele Lerngelegenheiten.
Kinder können selbstständig spielen, Entscheidungen treffen, Freundschaften gestalten und Konflikte lösen.
Damit diese Freiräume sicher bleiben, brauchen sie Erwachsene, die Orientierung geben und eingreifen, wenn Grenzen überschritten werden.
Eine gute Gewaltprävention Hort verbindet deshalb Freiheit und Verlässlichkeit.
Kinder erhalten Raum für eigene Erfahrungen, wissen aber gleichzeitig, welche Regeln gelten und wo sie Unterstützung bekommen.
Besonders wichtig ist der Blick auf wiederkehrende Muster.
Wenn bestimmte Kinder regelmäßig ausgeschlossen werden, Konflikte immer an denselben Orten entstehen oder dieselben Situationen eskalieren, sollte nicht nur das Verhalten einzelner Kinder betrachtet werden.
Auch Strukturen können verändert werden.
Gewaltprävention wird damit zu einer gemeinsamen Aufgabe von Hort, Schule, Schulsozialarbeit und Eltern.
Je klarer Erwachsene zusammenarbeiten und je stärker Kinder lernen, Verantwortung für ihr Verhalten zu übernehmen, desto besser können Konflikte früh erkannt und bearbeitet werden.
Fachliche Orientierung zur Gewaltprävention Hort
Gewaltprävention in pädagogischen Einrichtungen berührt Themen wie sichere Lern- und Lebensräume, soziales Lernen, Konfliktprävention und Schutz von Kindern.
- Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung – Gewalt angehen
- Kultusministerkonferenz
- World Health Organization – School-based violence prevention
Hinweis
Diese Seite bietet pädagogische Orientierung. Bei schwerwiegenden Gewaltvorfällen, konkreten Gefährdungen, Mobbing oder Kinderschutzfragen sollten die jeweiligen Schutz- und Interventionsstrukturen sowie geeignete Fachstellen einbezogen werden.
Praxisvideo: Gewaltprävention durch Bewegung
Rugby gegen Gewalt in der schulischen Praxis
Bewegung, Teamaufgaben, klare Regeln und Reflexion schaffen Situationen, in denen Kinder Fairness, Grenzen, Selbstkontrolle und gegenseitige Unterstützung praktisch erleben.
Über den Autor: Rico Schmidt
Gründer und Trainer der TRY-BULLS Academy.
Zertifizierter Resilienztrainer für Kinder und Jugendliche · DOSB-Trainer C Leistungssport Rugby · World Rugby Level 1 · im Kinderschutz geschult.
Die Inhalte verbinden pädagogische Grundlagen mit Erfahrungen aus bewegungsorientierten Präventionsprojekten und der praktischen Arbeit mit Schulklassen.
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„Die Projekttage mit der TRY-BULLS Academy waren für unsere Schülerinnen und Schüler ein gelungener Start in das neue Schuljahr. Besonders für die neu zusammengesetzten Klassen bot das Rugbyprojekt eine tolle Möglichkeit, sich kennenzulernen und als Team zusammenzuwachsen. Respekt, Fairness und Teamgeist wurden dabei nicht nur besprochen, sondern auf dem Spielfeld ganz praktisch erlebt. Durch die gemeinsamen Aufgaben und Herausforderungen entstand ein echtes Wir-Gefühl.“Schulzentrum am Turm Schwerin · Mecklenburg-Vorpommern
„Der Projekttag hat unsere Klasse sichtbar näher zusammengebracht. Besonders schön war zu erleben, wie Schülerinnen und Schüler eigene Unsicherheiten überwanden, sich auf neue Herausforderungen einließen und gemeinsam Erfolgserlebnisse sammelten. Auch die anfängliche Trennung zwischen Jungen und Mädchen löste sich im Verlauf des Tages zunehmend auf. Die Mischung aus Bewegung, Teamaufgaben und Reflexion hat die Schülerinnen und Schüler erreicht und für viel Freude gesorgt.“Regionale Schule Ernst Moritz Arndt Greifswald · Mecklenburg-Vorpommern
„Die drei Projekttage mit der TRY-BULLS Academy waren für unsere Schülerinnen und Schüler eine tolle Gelegenheit, Bewegung, gemeinsames Lernen und Gewaltprävention miteinander zu verbinden. Die Kinder konnten Rugby ausprobieren, neue Fähigkeiten entdecken und als Klasse gemeinsam Herausforderungen bewältigen. Besonders positiv waren die große Begeisterung und Motivation sowie der gelebte Teamgeist, die gegenseitige Unterstützung, Fairness und der respektvolle Umgang miteinander. Vielen Dank für drei tolle und lehrreiche Tage!“Grundschule Leipziger Straße Magdeburg · Sachsen-Anhalt
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Kann ein Projekttag Gewaltprävention im Hort unterstützen?
Ja. Ein Projekttag kann Kindern durch Bewegung, Teamaufgaben und Reflexion neue Erfahrungen mit Fairness, Regeln, Grenzen und Selbstkontrolle ermöglichen. Nachhaltig wird die Wirkung vor allem dann, wenn die Inhalte anschließend im Hortalltag weitergeführt werden.